Meinungsblitzlicht: „Lose Ware“ – Der Verbraucher wünscht sich Information

Ob lose oder verpackte Ware ist dem Verbraucher egal. Er will wissen, was er isst.

Die Vorschriften für die Deklaration von loser und verpackter Ware variieren. Bei verpackter Ware muss der Hersteller sämtliche Zutaten, die dem Lebensmittel zugefügt werden angeben. Bei „loser“ Ware gibt es diese Verpflichtung dem Verbraucher diese Informationen zur Verfügung zu Stellen zur Zeit nicht. Hier müssen Zusatzstoffe und Allergene gekennzeichnet werden. Zusatzstoffe wie z.B. Konservierungsmittel werden meist auf dem Thekenschild gekennzeichnet. Bei den Allergenen hat sich in den letzten Jahren die sogenannte „Kladden-Lösung“ weit verbreitet. Wichtig ist bei dieser Lösung, dass man auf diese Möglichkeit der Information im Ladenlokal hinweist.
Im Meinungsblitzlicht, einer nicht repräsentativen Umfrage auf der Webseite der Manager Küche zeigt sich jedoch, dass die Verbraucher sich auch bei offener Ware mehr Informationen wünschen. Die Frage lautete: „Welche Kennzeichnung wünschen Sie sich bei loser Ware“
Verbraucherinformation

Besonders auffällig ist das Thema „Zusatzstoffe“.

Die Akzeptanz von Zusatzstoffen ist beim Verbraucher sehr gering. Befeuert durch Medien und NGOs wird das Thema häufig sehr hitzig diskutiert. Was aber heißt das für den Verkauf von „loser Ware“? Was kann man aus diesem Meinungsblitzlicht für sich und seinen Betrieb lernen?
Es sind die Themen Zusatzstoffe, Allergien, Zucker und Fette über die der Verbraucher informiert werden will. Nicht überraschend, auch wenn diese Umfrage nicht repräsentativ ist, zeigt sie deutlich welche Themen wichtig sind.
Nicht umsonst kümmert sich die Lebensmittelindustrie intensiv um diese Themen. Erst vor wenigen Wochen veröffentliche die Firma Lidl ihre Reduktionsstrategie zu diesem Thema und fordert hier von den Lieferanten auch ein sehr klares Engagement.
Jetzt braucht es in einem handwerklichen Betrieb nicht notwendigerweise ein seitenlanges Strategiepapier mit einem Plan für die nächsten 10 Jahre. Aber nutzen Sie den Wissensdurst des Verbrauchers. Kann Ihr Verkauf Fragen zum Thema Zusatzstoffe beantworten? Wissen ihre Mitarbeiter Bescheid über die Allergene in Ihrem Betrieb und können dazu kompetent Rede und Antwort stehen?

Ihr Filial – Personal ist Ihr Sprachrohr am Markt.

Stellen Sie sicher, dass bei Fragen zu diesem Thema die Antworten kommen, die in Ihrem Sinne sind. Dazu bedarf es sicher auch einer grundsätzlichen Schulung zum Thema Allergene, Rohstoffe und Zutaten. Aber auch spezifische Informationen was Sie in Ihrer Produktion einsetzen und auch ausschließen.
Scheuen Sie nicht die Mühe. Auch wenn jetzt die ersten Gedanken kreisen über hohe Fluktuation im Personalstand. Es ist nicht vergebens, denn die wichtigen Informationen werden über das Filialteam auch in kommende Mitarbeitergenerationen weiter getragen. Es gibt Ihrem Personal Sicherheit im Kundenumgang. Nichts ist unangenehmer, wenn man Kundenfragen stotternd beantwortet. Das darf noch passieren, wenn der studierte Lebensmitteltechnologie dann auf ein Gespräch einsteigt.  Der Tipp an jeden Verkäufer dann heißt: Mit Interesse zuhören und sich für das gelernte bedanken. (Bevor man aber sein neues Wissen anwendet, sollte man es einmal prüfen. Das Internet hilft da ungemein)
Ihre Mitarbeiter werden es Ihnen danken. Sie zeigen damit ein offenes Ohr für die täglichen Fragestellungen und Interesse an der Aufgabe des Verkaufs. Und der Verbraucher erwartet das auch von Ihnen. Er kauft im handwerklichen Betrieb, weil er die Nähe zum Produzenten sucht und sich hier eine Transparenz erhofft. Diese Hoffnung zu enttäuschen wäre grundsätzlich fatal.

Digitale Systeme unterstützen, aber…

… sie ersetzen nicht die direkte Kommunikation! Es gibt Betriebe, die über das Kassensystem oder andere Apps den Wunsch nach Information nachkommen. Das ist super! Grundsätzlich erleichtert es dem Kunden, aber auch dem Verkäufer das Leben. Aber es darf eben nicht nur der Druck auf eine Taste sein und dann bekommt der Kunde ein schön bedrucktes Papier. Wenn Ihr Verkauf dann noch kurz mit dem Kunden spricht und aufzeigt, was auf diesem Papier steht, strahlt Ihr ganzer Betrieb Fachkompetenz aus. Das schafft Vertrauen und generiert treue Stammkunden, die der Filiale und dem Betrieb das Überleben sichern.
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