Benchmark – wo liegt meine Vision!

Vision suchen Sie den Start und entwickeln Sie ihrer Version

Ob man nun den englischen Begriff verwenden möchte, oder sich wohler fühlt mit dem Begriff: Vorbilder / Vorreiter ist einerlei. Aber jedes Unternehmen hat Potenziale nach oben. Auch wenn man bereits Marktführer in seiner Region ist, gibt es immer jemanden von dem man sich etwas abschauen kann. Man muss nur genau hinsehen.

Wenn man sich zum ersten Mal mit dem Begriff „Benchmark“ beschäftigt, dann erscheint es einem relativ einfach seinen Betrieb einzuordnen. Man schaut sich die direkten Mitbewerber an und wahrscheinlich ist in den eigenen Augen vieles „Besser“ als bei den anderen. Oder man entdeckt tatsächlich etwas und muss neidlos zugeben: „Doch Kollege Müller aus dem Nachbarort hat es ein besseres Plundergebäck. Die Frischhaltung hat er wirklich gut im Griff!“
Der Blick auf die No.1 oder den Star in einem bestimmten Segment hilft jeden Unternehmer weiter. Schnell wird entdeckt, was ein anderer gut kann und dann hat man schon bereits die erste Idee auf seiner eigenen Checkliste: Vision!

Die Fachliteratur spricht beim Thema: „Benchmarking“ immer vom Vergleich mit dem Klassenbesten. Diese Einstufung kann manchmal anhand von Marktzahlen (Umsatzstärkster, bekannter Marktführer, etc.) gemacht werden, aber spannend wird es, wenn man seine eigenen Benchmarks sucht und ruhig nach subjektiven Empfindungen auswählt. Warum nicht seine eigenen positiven Kundenerlebnisse analysieren und überlegen, wie die positiven, selbstentdeckten Faktoren in seinen Betrieb umgesetzt werden könnten. Die Grundidee ist also mittels Vergleichen Optimierungen zu finden, indem man Leistungslücken aufdeckt.

Ziel eines strategischen Benchmark Prozesses kann die Erarbeitung einer Unternehmensvision sein. Die Vision ist das Bild, wo Sie Ihr Unternehmen in 2,3 oder auch 5 Jahren sehen. Machen Sie sich einen Fahrplan: „Was wollen wir im Zeitraum X erreichen.“ Setzen Sie sich keine zu kurzen Fristen. Planen Sie Ihrer Vision mittels erreichbarer Ziele.

Strategischer Benchmark -Planung der Vision anhand des Marketing Mixes

Um seine Unternehmensvision strategisch mittels Benchmark – Vergleichen zu planen hilft es sich entsprechende Geschäftsfelder zu suchen. So kann eine Benchmarkliste sehr viele verschiedene Punkte enthalten. Sie sind hier frei in der Ideensammlung. Um aber eine gewisse Ausgewogenheit in seinem Plan zu haben, ist es hilfreich sich eines strategischen Tools zu bedienen.

Die strategische Marketingplanung mit ihren 4 Feldern: „Price“, „Product“, „Place“ und „Promotion“ ist auch in diesem Fall wieder hilfreich um entsprechende Bereiche zu definieren. Aber im Falle des Benchmarkings lohnt es sich diese Matrix tiefergehend zu betrachten bzw. die heutzutage stärker differenzierte 7 Felder Matrix anzuschauen.

Die drei erweiterten Begriffe sind im Englischen: „Prozess“, „Personal“ und „Physical Fascility“. Also übersetzt: Prozesse, Personal und Ausstattung. Hier kommen also 3 wichtige Bestandteile zu den bekannten 4 Feldern hinzu:

  • Prozesse: Im Sinne von Benchmark ist hier Prozessoptimierung gemeint
  •  Personal: Ein Feld, das in den Zeiten des Fachkräftemangels kein Unternehmen aus den Augen verlieren darf
  • Ausstattung: Im Sinne von den Ladengeschäften oder auch technische Einrichtungen

Jetzt wird die Sache für einen Handwerksbetrieb rund. Nehmen Sie sich diese 7 Begriffe und suchen Sie sich Unterkategorien, die Sie für die Vision Ihres Unternehmens für wichtig definieren.

Zu beachten ist aber ein zentraler Faktor! Für welchen Zeitraum planen Sie die Optimierungsmaßnahme und dann stellen Sie sich bitte auch die wichtige Frage nach der Ressource. Wie viel Zeit, welche Mitarbeiter und wo können Sie selber Zeit in dieses Projekt investieren? Außerdem sollten Sie nachdem Sie Ihre Liste erstellt haben auch noch den Punkt „mögliche Investitionen“ und eine Budgetierung vornehmen. Aber lassen sie erstmal den Ideen den Freiraum. Die Machbarkeit sollte wirklich den kreativen Prozess nicht direkt beeinflussen.

Die Empfehlung bei der Findung einer guten Vision für Ihr Unternehmen ist es klein anzufangen. Nehmen Sie sich maximal zu den 7 Ps nur jeweils einen Unterpunkt vor. Wie immer mit Zielen sollten diese erreichbar sein, damit Sie dieses Tool für sich und Ihr Unternehmen als sinnvoll wahrnehmen und motiviert arbeiten.

Benchmark bedeutet mehr als nur „Mitbewerber“

Jetzt beginnt die kreative Phase des Prozesses und das Tool entfaltet wirklich seine volle Bandbreite, wenn man den Blick über den Tellerrand wagt. Was sind die eigenen positiven Kundenerlebnisse? Was hat Ihre Nichte so loben über ihren Ausbildungsbetrieb in der Bankenbranche erzählt oder wo gefällt Ihnen persönlich das Einkaufsambiente besonders gut? Wo hatten Sie ein einzigartiges Serviceerlebnis? Sie merken schon die Bandbreite wird groß und lassen sie sich in dieser Phase nicht davon zurückhalten, indem sie nur über Handwerksbetriebe und Kollegen nachdenken. Nutzen Sie die Inspiration von ihren eigenen Erlebnissen, egal aus welcher Branche für Ihre eigene Vision Ihr Autohaus hat einen tollen Service! Schreiben Sie das Stichwort erstmal auf. Nicht direkt nachdenken und die Übertragung machen. Das bremst Sie in Ihrer Kreativität.

Die Leitplanken in dieser kreativen Phase bieten Ihnen die 7 Ps.

Leitplanken für die Vision ihrer Unternehmens liefern die 7 Ps des Marketing Mixes. - Manager Küche
Marketing Mix mit 7 Ps

Das Produkt: Schreiben Sie alles auf, was Sie an positiven Produkten kennen. Es ist sicher einfacher im Lebensmittel zu bleiben, denn ein technischer Produktnutzen, der Ihnen gut gefällt, ist tatsächlich schwer übertragbar. Beispiel hierfür könnte sein: Sie lieben gute Tapas und gehen, so oft wie Sie können, diese spanischen Gerichte essen. In der Analyse zeigt sich schnell: Es sind die kleinen Gerichte, man kann viel verschiedenes probieren und hat unterschiedlichste Geschmackserlebnisse. Diese Erkenntnis bedeutet aber nicht direkt: „Das müssen wir machen!“ Die nachgelagerte Analyse sollte die Frage stellen, ob Ihre Kunden das auch so sehen! Aber wenn Sie wirklich der Meinung sind der Kollege X hat den besseren Plunder, sollten Sie sich in Ihrer Handwerkskunst herausgefordert fühlen.
Aber nicht vergessen: Fragen Sie andere, wie Sie das weiterentwickelte Produkt finden. Ihre Mitarbeiter und Kunden werden Ihnen gerne dies beantworten und Sie bei der Findung Ihre Vision unterstützen. Wer Ihr Benchmark in dem Fall ist, darf ja Ihr persönliches Geheimnis bleiben.

So geht es weiter. Suchen Sie im Bereich Preis nach attraktiven Angeboten, Rabattideen. Fragen Sie sich doch mal aktiv danach, warum Sie an manch einer Stelle nie nach dem Preis fragen, sondern ihn akzeptieren. Was macht der Anbieter so stark, dass sie diese Frage gar nicht stellen!
Im Bereich Promotion können tolle Kundenbindungsideen aus der Onlinebranche eine Idee oder Benchmark für die Vision von Ihrem Betrieb werden.

Zu diesen Punkten der 4 Ps aus dem klassischen Marketing Mix fällt einem schnell etwas ein. Komplizierter ist der Punkt „Place“. An welcher Stelle trifft der Kunde auf die Produkte. Wie ist der Verkaufsweg? Gerade die schwierigen Punkte sind spannend im Benchmark Prozess.

Das Wichtige ist hier auch, dass man die positiven Aspekte dann ggf. auch auf das eigene Angebot abstrahiert. Finden Sie zum Beispiel die automatischen Bestellpanels bei der bekannten Fast Food Kette spannend, können sich aber nicht vorstellen wie man diese Tool bei Ihnen einsetzt? Untersuchen sie den Benefit, den der Automat bietet:

  • Schnell Bestellaufgabe
  • „Cross-Selling“ Produkte (zum Kauf passende Angebote) werden automatisch angezeigt
  • Einfaches Bezahlen

Dies sind Zusatznutzen, die auch ohne diesen Automaten mit dem Verkauf erarbeitet werden können. Zugleich kann man auch die Nachteile eines solchen Tools, wie zum Beispiel die Anonymität eines solchen Gerätes, ausschließen.

So könnte Ihre Liste also wie folgt aussehen:

a)Produkte: Frischhaltung der Plunder, b)Preis: Angebote, c) Promotion: Kundenbindungsprogramm, d)Prozess: Reklamationen, e)Personal: Lehrlinge, f) Ausstattung: Filialambiente

Wenn Sie Ihre Liste: „Vision“ fertig haben, kann man auch seine Ergebnisse noch mal prüfen: „Ist mein von mir persönlich entdeckter Benchmark auch wirklich der Beste in dieser Disziplin.“ Grundsätzlich geht der wissenschaftliche Ansatz der Benchmarktheorie auch genau in diese Richtung.

Erreichbare Ziele für Ihre Vision, denn Sie haben auch noch den Alltag

Nun geht es an Ihre Planung. Prüfen Sie die knappen Ressourcen. Wer ist der Richtige im Unternehmen diese Visionen umzusetzen? Verteilen Sie die Aufgaben entsprechend dem Know How in Ihrem Unternehmen. Zeigen Sie dem Team auf, woher Ihre Überlegungen kommen und schaffen Sie Freiraum für Kreativität um das Ziel: „Ihre Vision des Benchmarks“ zu erreichen. Idealerweise stecken Sie Rahmenbedingungen. Diese sollten nicht nur den Faktor Zeit, sondern auch den Faktor: „Geld“ / „Budget“ beinhalten.

Mittels Benchmark, dem Vergleichen mit den „Besten“, haben Sie ein starkes Tool, um Ihre Unternehmensversion herzuleiten. Der Vorteil dieses starken Konzeptes ist vor allem, dass Sie Ihre Ideen mit eindeutigen Bildern und Beispielen in das Umsetzungsteam kommunizieren können. Ihre Vision wird greifbar. Anhand von Beispielen haben Sie die Chance Ihrem Team klar zu machen, wohin die Reise gehen soll. Aber auch Sie selber können mittels dieser Frage nach Ihren eigenen Wohlfühlfaktoren viel über das „Mysterium“ Kunde erfahren. Das Geheimnis hinter dieser Frage ist gar nicht so schwer, wie viele glauben. Wir sind alle Kunden und haben Erfahrungen darin, was wir gut finden und was uns an ein Unternehmen, an eine Marke und ihren Angeboten bindet. Der schwierigste Part an dieser Idee ist die Abstraktion, insbesondere wenn man sich branchenfremde Beispiele sucht. Aber diese sollte man keinesfalls vermeiden. Die wichtigste Frage ist dann immer: Welchen Nutzen habe ich / hat der Kunde durch diese Vorgehensweise. (Denken sie noch mal an die obengenannten Bestellautomaten.) Es dreht sich also um die Fragen: „Warum finde ich das gewählte Angebot gut.“

Bevor Sie beginnen: Planen Sie ausreichend Zeit. Legen Sie fest, wer Sie bei diesem neuen Prozess begleiten kann und stellen Sie ein Team zusammen. Und geben Sie dem Prozess auch schon von Beginn an ein Budget. Es ist auch in Ordnung mit 3 kleinen Punkten zu beginnen. Wichtig ist nur auch, wann wollen sie diese Vision in Realität umgewandelt haben. Es geht um eine Unternehmensweiterentwicklung, damit Sie für die Zukunft gerüstet sind. Dies kann in vielen kleinen Einzelschritten geschehen. Große Projektteams mit vielen Zielen und unendlich vielen Ideen bergen die Gefahr, dass man den Überblick verliert. Schnell ist man dann vom Alltag verschluckt. Der Aufwand scheint dann zu groß und ist zeitlich nicht integrierbar, denn schließlich müssen Sie „nebenbei“ auch noch Ihren Laden weiterführen.

Produktmanagement ist für Sie eine Erfolgsfaktor, den Sie gerne in Ihrem Betrieb umsetzen möchten? Gerne unterstützen wir Sie bei der Schaffung dieses Jobsprofils innerhalb ihrer Unternehmensstruktur. Sprechen Sie uns an!

https://www.baeko-magazin.de/


Dieser Artikel erschien im Februar 2019 im BÄKO-magazin (02/2019):
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